Gemeinde Hasliberg

Bauen ausserhalb der Bauzone

14. September 2017

Der Kanton Bern erhält mehr Spielraum bei Ausnahmebewilligungen für Anpassungen von Gebäuden ausserhalb der Bauzonen, die vor 1972 erstellt wurden. Darauf haben sich Regierungsrat Christoph Neuhaus und das Bundesamt für Raumentwicklung geeinigt. Die neuen Bestimmungen gelten ab sofort für alle Ausnahmegesuche.

Die Raumplanungsgesetzgebung erlaubt bei Wohnbauten ausserhalb der Bauzonen, die vor 1972 erstellt wurden, unter bestimmten Bedingungen Erweiterungen der Fläche um höchstens 30 Prozent und maximal 100 Quadratmeter. In seiner Bewilligungspraxis hatte der Kanton Bern diese Bestimmungen lange Zeit grosszügig ausgelegt. Aufgrund einer Intervention des Bundesamtes für Raumentwicklung hat er jedoch seine Praxis im Herbst 2016 geändert. Ausnahmebewilligungen werden seither nur sehr restriktiv erteilt. Nach fast einem Jahr Erfahrungen mit den neuen Regeln haben sich Bund und Kanton auf mehr Spielraum in der Bewilligungspraxis geeinigt. Neu oder wieder möglich sind beispielsweise weitere Anpassungen an eine zeitgemässe Wohnnutzung. So können in gewissen Fällen kleine Wohnhäuser mit kleinen Zimmern erweitert sowie im Dachgeschoss die Raumhöhen und der Lichteinfall mittels Dachaufbauten verbessert werden. Auch Anbauten, die für eine energetische Sanierung nötig sind, können bewilligt werden, sofern sich für die Installationen innerhalb des Gebäudes kein Platz dafür findet. Schliesslich sind Erweiterungen gegen aussen denkbar, wenn gestalterisch störende Gebäude abgerissen und durch gut integrierte Neubauten ersetzt werden. In jedem Fall muss jedoch geprüft werden, ob die Identität des Gebäudes oder der Gebäudegruppe im Wesentlichen gewahrt bleibt. Die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller muss zudem die Notwendigkeit eines Ausbaus für das zeitgemässe Wohnen belegen. Damit ist die Pflicht verbunden, Erweiterungen von Gebäuden soweit zumutbar zu kompensieren – zum Beispiel durch Entfernung nicht mehr benötigter Gebäude oder Gebäudeteile.

Die neuen Praxisregeln gelten ab sofort. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:
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