Gemeinde Hasliberg

Landwirtschaft und Tourismus

Wissenswertes über eine echte Partnerschaft

hasliberg_schule.jpgDie Bauernbetriebe der Region betreiben fast durchwegs Graswirtschaft (Viehzucht, Milch- und Fleischproduktion), wenige bauen etwas Futtergetreide an. Nur Vieh, das im Winter mit betriebseigenem Futter gehalten wird, hat Anrecht, auf einer der Alpen gesömmert zu werden. Die dort anfallende Milch wird vollständig zu Alpkäse, Mutschli, Butter und Ziger verarbeitet. Allein auf den 7 Hasliberger Alpen werden rund 1200 Tiere gesömmert und aus ca. 550'000 Liter Milch jährlich ca. 52 Tonnen Käse produziert.

Zu den grossartigen Naturschönheiten des Haslital im Berner Oberland gehört neben den Bergen, Gletschern und Seen die abwechslungsreiche Kulturlandschaft. Sie ist über Generationen geschaffen worden und ihre Pflege und Erhaltung ist eine anspruchsvolle Daueraufgabe für die Bäuerinnen und Bauern. Ohne die Landwirtschaft würde der Wald das Kulturland zurückerobern und es gäbe das vielfältige und erholsame Mosaik von gepflegten Wiesen, Weiden und Wäldern nicht, das jährlich Tausende von Gästen in die Region zieht.
Im Gegenzug schafft der Tourismus Absatzmärkte für lokale Produkte und sichert einen Nebenerwerb, sei es bei der Bergbahn, als Skilehrer oder im Baugewerbe. Ohne den Tourismus müssten die meisten ihre Landwirtschaftsbetriebe aufgeben, zum Schaden der Landschaft.

Der Jahreszyklus der Bergbauernfamilien

Der Arbeitskalender der Bauernfamilie wird weitgehend bestimmt vom natürlichen Wachstumszyklus des Viehfutters. Ab Anfang Mai weidet das Vieh auf den saftigen Wiesen in Dorfnähe. Ende Mai werden die Tiere auf höher gelegene Vorsassweiden geführt, bevor sie Mitte Juni auf die Alp getrieben werden. Nach dem Alpsommer von rund 100 Tagen wird das Vieh Ende September auf die Vorsassweiden zurückgeführt, bevor wieder die Wiesen in Dorfnähe abgeweidet werden. Von diesen wurde von Juli bis September das Dürrfutter und die Silage für die Winterfütterung gewonnen. Die Winterfütterung im Stall dauert von Ende Oktober bis Anfang Mai. Während des ganzen Jahres werden auf vielen Bauernbetrieben saisongerecht einheimische Produkte hergestellt, direkt verkauft oder an den lokalen Detail-handel geliefert: Milchprodukte und Fleisch, Obst, Gemüse und Kräuter, Eier, Honig, Wolle.

Brauchtum und Veranstaltungen

Lernen Sie die einheimischen Bauernfamilien an den traditionellen Veranstaltungen kennen:

 

- Älplerzmorgen auf mehreren Alpen (Juni – September) mit traditionellem Frühstück.
- Chästeilet: Alpkäsefest auf verschiedenen Alpen mit Degustation und Käseverkauf: 10.09.2016 www.haslital.ch
- Älplerchilbi, „Dorf": Traditionelles Älplerfest auf zahlreichen Alpen (Juli/August)
- 1. Augustbrunch auf Alpen und Bauernhöfen zum Nationalfeiertag. www.brunch.ch
- Traditionelle Schwing- und Älplerfeste: Ballenberg, Brünig, Engstlenalp, Grosse Scheidegg.
- Gross- und Kleintierschauen im Frühjahr und Herbst.
- Geführte Alpwanderung jeweils donnerstags, 28.07.2016 / 11.08.2016 / 18.08.2016

 

Das Freilichtmuseum Ballenberg zeigt ländliche Architektur, traditionelles Handwerk und Brauchtum, ursprüngliche Gärten und Felder sowie 250 einheimische Bauernhoftiere. www.ballenberg.ch

Hoflädeli mit einheimischen Produkten

Einheimische Produkte sind direkt in folgenden Hofläden erhältlich:

Flyer Hofläden

Hoflädeli Budig
Familie Barbara und Heinz Schild
Dorf 317
6085 Hasliberg Goldern
Tel. 033 971 49 29
www.facebook.com/budighasliberg/

Geöffnet Montag und Mittwoch 08.30 bis 11.30 Uhr und Freitag 13.00 bis 17.30 Uhr
oder bei Anwesenheit der Familie



Hoflädeli Brauen

FamilieNicole und Walter von Bergen
Brauen 561
6086 Hasliberg Reuti
Tel. 033 971 51 35

Geöffnet Montag bis Sonntag 08.00 bis 11.00 Uhr und 17.00 bis 19.00 Uhr, bei Anwesenheit der Familie



Hoflädeli Stein

Familie Sandra und Hansruedi Schaad
Stein 240
6084 Hasliberg Wasserwendi
Tel. 033 971 01 65
www.hoflaedeli-stein.ch

Täglich geöffnet bei Anwesenheit der Familie



Bürehofcafé und Stallvisite

Familie Johann, Martin und Magdalena von Weissenfluh
Weissenfluh 605
6086 Hasliberg Reuti
Tel. 033 971 33 92
maufweissenfluh@hotmail.com

Täglich geöffnet / Selbstbedienung

 



Alpwirtschaft

Die Bäuertgemeinden in der Landschaft Hasli bestanden über Jahrhunderte als öffentlich-rechtliches Gemeinwesen mit vor allem land- und alpwirtschaftlichen Aufgaben. Noch heute sind die meisten Aufgaben der Bäuertgemeinde im Bereich Bergland- und Alpwirtschaft. Die Bäuertgemeinde Hasliberg ist Eigentümerin aller 7 Hasliberg-Alpen. Die Alpvögte werden von den Alpgenossen gewählt. Sie verwalten die Alpen und sind Verantwortlich für die Einhaltung der geltenden Regelungen.

 



Hasliberger Alpen

Balisalp mit 267 Kuhrechten
Mägisalp mit 245 Kuhrechten
Gummenalp mit 118 Kuhrechten
Moosbühlen/Schlafbühlen mit 90 Kuhrechten
Hinterarni mit 130 Kuhrechten
Baumgarten mit 105 Kuhrechten
Unterbalm (reine Schafalp) mit 10 Kuhrechten

Die Besonderheit der Gemeinde Hasliberg ist es, dass nur das überwinterte Vieh auf den Alpen gesömmert werden darf. Jeder Landwirt darf auf der Alp sömmern, auf welcher er will, ohne dass er sich Alprecht beschaffen muss. Alle Alpen der Gemeinde Hasliberg sind vollständig durch Strassen erschlossen, somit entstehen keine Ungleichheiten. Besuchern der verschiedenen Alpen ist es jedoch nicht erlaubt mit dem Auto zu fahren. Alle Alpen sind mit Wanderwegen erschlossen.

So können Sie uns unterstützen

Wir Bauern- und Älplerfamilien haben über Generationen die schöne Kulturlandschaft des Haslitals im Berner Oberland gestaltet. Sie, liebe Gäste, können unsere Arbeit erleichtern und dazu beitragen, dass diese einzigartige Erholungslandschaft erhalten bleibt.

Wussten Sie, dass zum Beispiel eine weggeworfene PET-Flasche erst nach 100 bis 1000 Jahren in der Natur zersetzt werden kann? Oder eine Zigarette nach 1 bis 2 Jahren? Eine leere Metalldose auf einer Kuhweide kann für die Tiere lebensgefährlich sein. Auch diese ist erst nach 10 bis 100 Jahren zersetzt. Liegen gelassene Abfälle sind also nicht nur unschön, sondern stellen eine echte Bedrohung für das weidende Vieh dar.

Brunnen und Tränken sind für Menschen und Tiere lebenswichtig und dürfen nicht verschmutzt werden. Einstellungen der Wasserhahnen sollen nicht verändert werden.

Zäune und Abschrankungen darf man weder verändern noch zerstören. Gatter und Tore sollen immer geschlossen bzw. in der Stellung belassen werden, in der man sie angetroffen hat.

Heuwiesen sind weder Bike- noch Wanderwege und auch keine Spiel- oder Sportplätze.

Mutterkühe

Mutterkuhherden sind daran erkennbar, dass sie auf Weide und Alp ihre Kälber mit sich führen. Ihr Beschützerinstinkt ist deshalb stark ausgeprägt. Passen Sie auf Mutterkuhweiden Ihr Verhalten an. Verlassen Sie die Wanderwege nicht und gehen Sie ruhig und unauffällig an den Tieren vorbei. Scheuchen Sie die Tiere nicht auf, sondern beobachten Sie diese mit Respekt auf Distanz. Sind die Kühe auf dem Weg, umgehen Sie diese grossräumig auch wenn Sie die Alpwiesen betreten müssen. Streicheln oder berühren Sie die Kälber nicht.
Hunde können Unruhe in die Herde bringen. Halten Sie auch hier den nötigen Abstand ein.

Wir danken für Ihr Verständnis und Ihre Mitarbeit.